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Sicher haben Sie den klaren Vorsatz, aus Ihrem Aufenthalt keinen Aktivurlaub zu machen. Dann wäre der Robinson-Club auf Insel-Irgendwo ein besseres Ziel. Und die Animateure würden Ihnen, versprochen, keine Zeit für Gedanken über sich oder den Fortgang Ihres Lebens erlauben. Vermutlich werden Sie den Ort genießen, viel lesen, viel spazieren gehen, Fahrrad fahren und manche wagen den einen oder anderen Abschlag auf dem lokalen Golf-Green. Und dann doch bald wieder bei sich ankommen.
Dennoch möchten wir Ihnen die "Schätze" der Gegend nicht vorenthalten, falls nach einer Phase der ersten Tiefenentspannung neue Energie sich meldet oder eine vergessen geglaubte Unruhe noch einmal kurz anklopft. Es gibt sie wohl, die Orte, die einen Ausflug lohnen.... .
In der Nähe: Der Strand lädt ein zu ausgedehnten Spaziergängen, in nördlicher Richtung über den Hafen Lippe, am Naturschutzgebiet kleiner Binnensee (hier ein Freikörperkultur-Strand) und dem Leuchtturm Behrensdorf vorbei. Rückweg entweder am gleichen Strand oder den großen Rundweg über Behrensdorf, Waterneverstorff und den Großen Binnensee, Haßberg und wieder nach Hohwacht zurück. Der Rundweg lässt sich mit dem Fahrrad unendlich ausdehnen, Richtung Schloss Waterneverstorff, Schloss Panker, Richtung "Süden" nach Weißenhaus. Dort im Sommer hinter dem Schloss frischer Erdbeerkuchen unter einladenden alten Bäumen. Ein Genuss.
Kulinarisch hatten wir schon die Gastronomie des "Genueser Schiff" erwähnt. Ist ja auch nahe liegend! In Panker wäre die Terrasse der "Olen Lise" zu empfehlen. Innen ein Feinschmecker-Restaurant für den Abend, allerdings auch hochpreisig. Die Schlossanlage Panker ist mehr als sehenswert. Eine Galerie, eine Handweberei und ein Rosenshop der englischen Art laden zum Bummeln ein. Ein paar leider nicht ökologische Gourmet-Produkte zwischen geschmackvollem Nippes verführen zum Kauf. Es ist ein gutes Gefühl, mit Muße über die schöne Anlage zu schlendern!
Oberhalb Panker liegt das legendäre "Forsthaus Hessenstein". Die Bar ist ein Muss, vor allem wenn Sie Musik mögen. Der Inhaber Peter Marxen, Gründer des in Hamburg mit Udo Lindenberg berühmt gewordenen "Onkel Pöīs", hat seine rund 3.000 Platten und CD's mitgebracht und macht regen Gebrauch davon. Super Sequenzen an manchen Abenden. Miles Davis folgt John Lee Hoker. Dann auch ein klassischer polnischer Pianist, leider nicht life. Und gnadenlos werden neue CD's vorgestellt. Ein schönes Bistro, spannende Bilder von Erwin Kahl, dem ruchlosen Karikaturisten der Zeitschrift "FEINSCHMECKER". Im anderen Teil das bekannte, sternenverwöhnte Gourmet-Restaurant. Einfach gut, der Ort. Und an lauen Sommerabenden draußen tafeln, bis die Mücken müde werden. So läßt sichs leben!
Einen Radius weiter könnten empfohlen werden: Der Ort Eutin, ein alter Holsteiner Ort am Eutiner See. An Regentagen zum Shoppen, Cappuccino trinken oder Schauen sehr geeignet. Die Plöner Seenplatte mit ihren fünf Seen - es können auch sieben sein - ist landschaftlich wunderschön und lässt sich gut mit dem Boot bereisen. Und dann die Landeshauptstadt Kiel, Heimatstadt der Kieler Woche mit vielen Seglern. Leider findet sich in dieser Zeit viel kurzweiliger Kommerz auf der Förde-Meile neben echten schaustellerischen und musikalischen Highlights. Die letzteren bietet natürlich auch das Schleswig-Holstein Musikfestival den ganzen Sommer über. Gegen alle Kritik ist das eine ganz großartige Veranstaltung an den verschiedensten Orten im Lande. Unbedingt das Programm besorgen und buchen! Inzwischen gibt es jenseits der klassischen Musik zudem die Jazz-Baltica.
Noch weiter im Norden liegt die Stadt Schleswig mit der Kunstsammlung Horn im Schloss Gottorf: Wenn Sie moderne Kunst schätzen, sollte ein Regentag für diesen Ausflug geopfert werden, unbedingt. Und für die Kinder und natürlich die geschichtsinteressierten Eltern lohnt sich Haitabu, kurz vor Schleswig. Hier zeigen ein Museum und ein historisch rekonstruierter Ort sehr eindrucksvoll, wie die alten Wikinger wohl mal gelebt, gesiedelt und gebaut haben. Alter Schwede!
Die Insel Fehmarn, Insel der modernen Windmühlen, ist ein schönes Tagesziel. Wer noch weiter möchte, kann über das Meer setzen und ist ab Fährhafen Roedby in zwei-zweieinhalb Stunden in Kopenhagen. Diese wunderbare Stadt muss nicht beschrieben werden. Ein weiterer "Nicht-mehr-Geheimtipp" ist das Museum "Louisiana", direkt am Meer gelegen, eine halbe Stunde nördlich von Kopenhagen, mit ausgedehnter Giacometti-Sammlung und einem Mobile vom Künstler Calder direkt oberhalb des Meeres. Und dann auf der Terrasse mit Blick auf die Ostsee bei einem dänischen Kuchen bis nach Schweden über das Meer schauen. Sie werden kurzfristig vergessen, dass Sie eigentlich am Abend wieder "zuhause" im Deichhaus sein wollten.... .Soviel zum Thema "der Norden taut auf".
Nächster und echter Geheimtipp: Die Hüxstrasse in Lübeck. Gut mit dem Auto zu erreichen, da ausreichend Parkplätze an der unteren Trave ausgewiesen sind. Gang in die Altstadt, wunderschön, und in der Hüxstrasse Gewerbe wie vor 200 Jahren. Die Goldschmiedin, der Herrenschneider, Buchhändler, Feinkostläden, neuzeitlich auch Bioläden, einiges an neuer Mode und natürlich Second-Hand. Der ultimative Tipp: Bistro und Bar von Mira: Feine italienische Vorspeisen, der obligatorische Café Macciato oder ein Glas Prosecco auf eine gute Heimfahrt!. Macht Spaß!
Falls Sie nicht nach Hause finden, übernachten Sie einfach im Parkhotel in Lübeck und besuchen zur Abendmahlzeit noch einmal das Restaurant von Mira. Entweder im 1. Stock oder im Sommer hinten im Garten. Oftmals allerdings ausgebucht, hat sich über viele Jahre nach vielen Krisen richtig gemausert.
Naschkatzen kommen natürlich an Niederegger nicht vorbei. Marzipan in der weltweit bekannten Formen- und Farbenvielfalt. Der Besuch im klassischen Café des Marzipanherstellers lohnt, um einmal Lübecker aus der Nähe erzählen zu hören. Danach könnte man zum Günther-Grass-Haus schlendern, ihm vielleicht sogar auf der Strasse begegnen, dem alten, aktiven Barden. Immer noch aktiv und wahrlich der bedeutendste Lübecker Bürger.
Die Umgebung bietet wirklich einiges zu sehen, zu schmecken, zu lernen und zu erleben. Und doch ist die Rückkehr ins Deichhaus der Höhepunkt der Tour. Sie werden sich wieder zuhause fühlen. Das wünschen wir Ihnen auf jeden Fall. Gehen Sie abends noch einmal ans Meer. Am 21. Juni zur Mittsommernacht bleibt der Himmel erleuchtet bis zum morgen. Auch hier in Hohwacht. Es sei denn es regnet. Dann leuchtet der Himmel halt woanders. Warum wohl alle immer nach Spitzbergen fahren? Alles Sonnenanbeter, denn dort versinkt die Sonne in dieser Nacht gar nicht. Auch schön. Schlendern Sie noch einmal zum Genueser Schiff rüber, bestellen einen schönen Bardolino und lassen den Blick einfach über das Meer schweifen. In den warmen Sommermonaten zieht der Duft von wildem Thymian aus der Düne herüber, unglaublich eigentlich, mediterran. Und, mit allem Respekt zu den geliebten Italienern, genießen Sie dieses Gefühl, ohne lange Staus in den Süden, mit Blick auf die kreisenden Lichtkegel der dänischen Leuchttürme der Insel Aeroe, einfach hier zu sein. Der Norden wärmt auf. Gute Nacht, Ihnen allen!
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